Formen der Paartherapie

Eine Paartherapie wird eingesetzt, wenn die Beziehung eines Paares durch Streitereien, Konflikte oder Schweigen gefährdet ist. Es handelt sich hierbei um eine psychotherapeutische Maßnahme, die eingesetzt wird, um die Probleme in der Beziehung sowie die verhärteten Fronten zu lösen.

Zur Behandlung werden drei verschiedene Therapieformen eingesetzt, deren Wirkung vergleichbar ist:

Verhaltenstherapie Bei einer Verhaltenstherapie geht es darum, die festgefahrenen Handlungsmuster, die sich negativ auf die Beziehung auswirken, zu ermitteln. Auf Basis dieser Entwicklung ist es nun notwendig, andere Verhaltensmuster zu erlernen und zu integrieren, die sich positiv auf das Beziehungsleben auswirken.

Systemische Therapie Der Grundgedanke der systemischen Therapie liegt darin, dass das Verständnis von Problemen und dem Willen zur Veränderung nicht allein an einer Person liegt, sondern auch im Umfeld dieser Person. Es geht konkret um die Beziehungsprozess von den Personen, die an diesen beteiligt sind. In Bezug auf die Paarberatung bedeutet dieser Ansatz der systemischen Therapie, dass alle Personen, die an einer Konfliktsituation beteiligt sind, auch gebraucht werden, um eine Veränderung oder Lösung herbeizuführen.

Tiefenpsychologischer Ansatz: In der Kindheit erlernte, anerzogene Gefühlsmuster, denen jeder ganz unbewusst folgt, werden aufgebrochen und sich bewusst gemacht werden. So können Änderungen daran ausgerichtet werden.

Welcher der genannten Methoden bei der Therapie tatsächlich angewendet wird, hängt immer von den Partnern ab, in den meisten Fällen werden die Methoden kombiniert. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, zunächst ein Gespräch zwischen den Partner in Gang zu bringen und anschließend so zu moderieren, dass das Verständnis untereinander wächst. Allerdings kann der Therapeut nur ein System erarbeiten, es geht also vorrangig um Hilfe zur Selbsthilfe – die wahre Arbeit müssen die Partner selbst übernehmen.

Außerdem hat eine Paarberatung positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der beiden Partner. Eine Umfrage ergab, dass vor Beginn der Therapie 80% der Betroffenen unter körperlichen oder psychischen Beschwerden litten, nach Abschluss der Therapie gaben nur noch 20% der Behandelten an, krankhafte Symptome zu haben.

Paarberatung allein

Bei einer Paarberatung ist es nicht unbedingt notwendig, dass beide betroffenen Partner therapiert werden, auch eine Einzeltherapie ist möglich. Diese ist vor allem in zwei Fällen zu empfehlen:

• Wenn der andere Partner keine Beratung in Anspruch nehmen will • Es handelt sich um einen Themenbereich – beispielsweise die Sexualität – für den Partner unangenehm ist und er dieses Thema nicht zusammen mit dem Partner ansprechen möchte.

Dennoch kann es vorkommen, dass sich im Verlauf der Therapie der zweite Partner hinzugesellt, da auch er die positiven Effekte für sich nutzen möchte.